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Die Farm – mit allem was es gibt

Grundstück: Die Farm bewirtschaftet insgesamt eine Fläche von ca. 1,2 Hektar sowie einige Wiesen.

Ein Bach fließt entlang der Farmgrenze.

Der Holderbau wurde 2004 eingeweiht und ist seitdem der Mittelpunkt der Farm mit einer gut ausgestatteten gemütlichen Küche zum Kochen für große Gruppen und für Kochangebote mit Kindern sowie einem großen Gruppenraum mit ca. 100 qm für Bewegungsspiele, Feste und das gemeinsame Mittagessen.

Töperveranda als Gruppenraum für feste Gruppenangebote, zum Werken und für den Kindergarten.
 

Holzwerkstatt mit Arbeitsdach. Hier können bis zu 8 Kinder arbeiten.

Garten: Mit Kinderbeeten, Blumen, Kartoffeln und Gewächshaus für Gurken u.v.a....

Unsere Tiere: 11 Ponys, 2 Esel, 2 Ziegen, 3 Schafe, Hasen, Hühner, 1 Hund, Katzen. Dazu gehören Ställe und Gehege, die alle gemütlich sind und zum arbeiten und verweilen einladen.

 

Pferdebereich: Ein Reitplatz, der gleichzeitig als Pferdeauslauf dient und 2 Pferdeställe, sowie ein weiterer Reitplatz.

Der Tanzplatz: Hier ist das Zentrum der Farm. Hier brennt nachmittags ein Feuer, es finden Werkangebote statt und hier findet sich immer ein Betreuer, der alles im Blick hat.

Kleine Wege und Pfade verbinden die Ställe und Häuser miteinander. Sie laden ein die Farm zu erkunden und sie zu erobern.

 

Farmmitarbeiter

alle Mitarbeiter arbeiten in Teilzeit von 20-90%

 

Leitungsteam

Sabine Boehm seit 1986
Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, Pferdebereich, Heilpädagogisches Reiten

Elke Theißinger seit 1988
Offener Bereich, Kleintiere, Zirkusprojekt, Heilpädagogisches Reiten

Rochus Zimmermann seit 1998
Geschäftsführung, Finanzen,Technik, Werkstatt,
Projekte für Jungen

Mitarbeiter im pädagogischen Bereich

Nina Henco seit 1993

Schulklassenbetreuung, Werk-, Töpfer- und Gartenangebote

David Ekenja

Werkstatt, Mittagstisch, Gruppenangebote

Anke Wirtz

Pferdebereich

Unser Team wird unterstützt von

flexiblen Bürokräften, einer kreativen Küchenfee und einem begabten Techniker.

Honorarkräften für besondere Ferienmaßnahmen.

Ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Wir bilden aus

Erzieher im Anerkennungsjahr

praxisintegrierte Ausbildung (PIA)

Vorpraktikanten, Bundesfreiwilligendienst

Kurzzeitpraktikanten für den Erzieherberuf

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Der Verein Jugendfarm Elsental e.V.

Wie Sie uns unterstützen können:

Werden Sie Mitglied! Unterlagen zum Vereinsbeitritt finden Sie unten.
Bei allen Festen brauchen wir Helfer beim Verkauf und am Grill sowie Kuchenspenden. Über Unterstützung bei Putz- und Aufräumaktionen freuen wir uns!
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Arbeit. Wir stellen Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt aus.

Vorstand

Dr. Bruno Sandkühler, Marianne Braun, Martin Priwitzer

Sabine Boehm und Rochus Zimmermann sind stellvertretend für die Mitarbeiter der Farm im Vorstand. Alle hauptamtlichen Mitarbeiter des Leitungsteams nehmen an den Sitzungen teil.

Die Jugendfarm Elsental e.V. wird von der Stadt Stuttgart durch den Landesjugendplan Baden-Würtemberg gefördert. Wir danken für diese Unterstützung!

 
 

Die Entstehungsgeschichte und Leitgedanken

Mit Ponys hinterm Haus für die eigene Familie entstand 1962 die erste Jugendfarm Deutschlands im Elsental.

Mit unkonventionellem Schwung handelten Thyra und Edgar Boehm für Kinder in der Großstadt und entwickelten und lebten das Grundkonzept der ersten Jugendfarm Deutschlands, das sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Gründungshilfen für andere Farmen weitertrugen. Edgar starb 1984, Thyra lebte bis 2011 in ihrem Haus im Elsental. Sie kam fast täglich auf die Farm und hatte ihren festen Platz am Spinnrad vor dem Farmhaus.

Auf der Jugendfarm Elsental sollen Kinder die naturnahen Freiräume finden, in denen sie ihre ureigenen Anlagen erproben und bewähren können. Sie entwickeln dabei: Tatkraft, Mut und Selbstvertrauen, Phantasie und Kreativität, Vertrauen in die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Kinder sollen Achtung vor allen Menschen, vor Tieren und allem Lebendigen und von Menschen Geschaffenem entwickeln können. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten sich um Achtsamkeit im Alltag und wertschätzenden Umgang miteinander bemühen, denn jeder Einzelne wirkt als Vorbild.
Wir verdanken der Menschenkunde Rudolf Steiners bei der Entwicklung und Umsetzung unserer Leitgedanken wesentliche Impulse.

„Um Kraft, Güte und Selbständigkeit zu gewinnen für das schwere Leben, das auf jeden zukommt, braucht man in der Kindheit und Jugend eine Welt, so heil es nur eben geht. Eine Welt voll Freiheit, Vertrauen, Wärme und Heiterkeit in einer noch leidlich ursprünglichen Umgebung! Und alle einsichtigen Erwachsenen haben die Pflicht, den Versuch zu machen, den ihnen anvertrauten jungen Menschen diesen soliden Grund zu schaffen.“ Thyra Boehm

„..wie Bienen die Blumen, so finden Kinder Tiere…“ Thyra Boehm.

1958 bezog Familie Boehm ihr erstes Wohnhaus im Elsental. Wir kennen es als das untere Haus. Heute ist hinter dem großen Fenster die Sattelkammer und davor die Töpferveranda

Bald kamen Kinder aus der ganzen Umgebung ins Elsental und nachdem keines weggeschickt wurde, entwickelte sich daraus ein offenes Betreuungsangebot, das nach und nach institutionalisiert wurde.

Eine besondere Rolle spielte in dieser allerersten Zeit des spielerischen Tuns mit den Pferden eine Tochter der Familie Boehm, Iduna Boehm, die 1968 mit 15 Jahren durch einen Unfall in Südafrika verstarb.Sie hatte auch den ersten Impuls dazu gehabt, dass behinderte Kinder reiten sollten.

1969 Es kamen bis zu 300 Kinder ins Elsental, zum Spielen, Mithelfen und Reiten – keines wurde weggeschickt….
Im privaten Rahmen konnte das nicht weitergeführt werden.

 

Der damalige Jugendamtsleiter Harrer setzte sich für eine städtische Finanzierung ein. 1972 wurde im Elsental auf Initiative von Thyra und Edgar Boehm hin der Bund der Jugendfarmen gegründet, mit der Intention ein geistiges und kommunikatives Zentrum sowie eine Anlaufstelle für die neue Bewegung zu schaffen und bei der Gründung weiterer Jugendfarmen in Stuttgart und ganz Deutschland zu helfen.

So hat die Jugendfarmbewegung in Deutschland ihren Ausgangspunkt im Elsental genommen und sich von da aus weiterentwickelt.

Die wesentlichen der ursprünglichen Leitgedanken sind noch heute Grundmotive aller Jugendfarmen. (Offenheit, Kostenfreiheit, Schaffung von Freiräumen, Ermöglichen von Primärerfahrungen.)

1974 gab es im Elsental 9 Pferde, 3 Esel, 2 Hunde und verschiedene Kleintiere. Die Stadt übernahm die ersten Kosten für Personalstellen.

1975 wurde der eigene Elsental Trägerverein gegründet. Inzwischen gab es in Stuttgart schon 14 Jugendfarmen, die von der Stadt bezuschusst wurden!

In den ersten 10 Jahren wurde viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet und neuen Plätzen Gründungshilfen gegeben. Oft waren es Gespräche am Küchentisch und im Wohnzimmer, die Menschen inspirierten einen eigenen Platz zu gründen.

Es war jedoch nicht die Zeit der Konzeptionsentwicklung. Das Ereignis Jugendfarm wurde einfach gelebt. Die Notwendigkeiten rund um die Tiere und Kinder bestimmten das Handeln und Schaffen, es gab keine geregelten Arbeitszeiten. Man arbeitete solange es Arbeit gab und die geht in solchen Zeiten nie aus. Getragen war die Arbeit von dem Impuls der in einen Flugblatt der 70iger Jahre wie folgt beschrieben ist:

Was wir wollen:
Kinder und Jugendliche, unabhängig von deren wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen helfen, in freiem Spiel ihre schöpferischen und handwerklichen Anlagen zu entfalten, in spielenden und arbeitenden Gruppen Fähigkeiten zum Zusammenleben zu entwickeln und in verantwortlichem Umgang mit Tieren und Natur ein gesundes Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen.

Charakteristisch für den unkonventionellen Schwung, der die Arbeit durchwehte ist der Slogan: "Schmutzig aber glücklich auf der Jugendfarm! Jede schmutzige Hose spart uns ne Neurose".

Die Familie Boehm stand der Anthroposophie Rudolf Steiners sehr nahe. Es wurde jedoch nie der Versuch unternommen eine anthroposophische Einrichtung zu begründen. Vielmehr ist die Zeit der Entstehung der Farm von einer sehr individuellen und unkonventionelle Lebenseinstellung geprägt.

Die Pionierphase im Elsental hat viele Jugendliche und junge Mitarbeiter auf ihrem Lebensweg nachhaltig beeinflusst. Es herrschte Aufbruch Stimmung. Es wurde viel improvisiert, es wurde ausprobiert und es bildete sich das heraus, was wir heute als Stil, Atmosphäre und Grundgepräge der Arbeit der Jugendfarm Elsental kennen: "Herzlich Willkommen!"

Thyra leitete die Farm im Elsental bis 1986.

Durch ihr Handeln entstand das, was wir heute Farmpädagogik nennen.

Edgar Boehm engagierte sich bis zu seinem Tod im Jahre 1984 als 1. Vorsitzender des Bundes der Jugendfarmen für die Ausbreitung der Idee Jugendfarm in ganz Deutschland. Er telefonierte mit Behörden und Eltern, ermutigte Menschen die einen Platz neu gründen wollten und organisierte die ersten Austauschwochenenden, auf denen sich Jugendfarmer aller Himmelsrichtungen kennen lernen konnten und gemeinsame Fortbildungen machen.

1980 wurde Edgar Boehm das Verdienstkreuz am Bande der BRD verliehen als Anerkennung für seine Verdienste für die Kinder-und Jugendarbeit.

1984 erhielt der Bund der Jugendfarmen die Theodor Heuss Medaille. Eine weitere hohe Anerkennung der entstandenen Spielplatzbewegung. Edgar Boehm verdanken wir den finanziellen Rahmen und die breite Anerkennung, durch welche die Jugendfarmen sich entwickeln konnten.

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Konzeptionelles

Das Leitbild ist die Grundlage aller Bereiche im Elsental.
Qualitätsarbeit am Leitbild ist gemeinsame Aufgabe aller Verantwortlichen.

Was wir wollen:
Kindern und Jugendlichen helfen, unabhängig von wirtschaftlichen sozialen, kulturellen oder religiösen Voraussetzungen,

  • in freiem Spiel ihre ureigenen schöpferischen Anlagen zu entfalten,

  • in spielenden und arbeitenden Gruppen Fähigkeiten zum Zusammenleben zu entwickeln,

  • in verantwortlichem Umgang mit Tieren, der Natur und miteinander ein gesundes Verhältnis zur Umwelt zu gewinnen.

  • durch vielfältige Bewegungs- und Erlebnismöglichkeiten Selbstvertrauen in die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und Selbstwirksamkeit zu erfahren,

  • im Mitvollziehen eines gegliederten Tageslaufes und der Jahreszeiten mit den Festen eine sinnvolle Struktur zu verinnerlichen.

 

Was wir tun:
Die Jugendfarm Elsental e.V. ist Träger für

  • die Jugendfarm mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit für Kinder im Schulalter

  • zahlreiche verbindliche Ferienbetreuungsangebote

  • Mittagstisch

  • einen eingruppigen Naturkindergarten

  • eine Naturspielgruppe für 2-jährige Kinder

  • Ausbildungs- und Arbeitsstelle für angehende Pädagogen und Bundesfreiwillige

Wir kooperieren mit vier Förderschulen, verschiedenen Grundschulen, dem Elternseminar des Jugendamts und einem Träger, der Angebote für behinderte Menschen macht.

 

Grundlagen der Arbeit im Elsental

Menschenbild

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die Menschenkunde R. Steiners.
Wir leben die Offenheit, unsere Arbeit durch Impulse aus verschiedenen pädagogischen und gesellschaftlichen Strömungen zu bereichern. Die pädagogische Arbeit im Elsental orientiert sich an den christlichen Grundwerten und Traditionen, ist aber nicht konfessionell gebunden.

Vielfalt pflegen, Gemeinschaft bilden – Inklusion
Zur Farmgemeinschaft gehören nicht nur die Kinder und Jugendlichen, auch die Mitarbeiter, die Vorstände und die Praktikanten. Die Gemeinschaft entsteht, wenn alle berücksichtigt werden, dazu gehören auch die Tiere und die ganze uns umgebende Natur.

Wir nehmen Behinderungen und Unterschiede wahr und anerkennen sie als Vielfalt. Das Bedürfnis nach Teilhabe und Gemeinschaft ermöglichen wir durch geeignete Unterstützung. Insbesondere in der Offenen Arbeit leben wir Inklusion unter dem Motto: „Herzlich Willkommen auf der Jugendfarm Elsental!“

Haltung der Betreuer in der pädagogischen Arbeit
Ein wertschätzender Umgang in Achtsamkeit und Zugewandtheit zwischen allen Mitgliedern der Gemeinschaft ist uns wichtig.
Wir pflegen eine Atmosphäre, in der Heiterkeit, Wärme, Vertrauen und Wahrhaftigkeit leben – einen Raum der heilenden und stärkenden Charakter hat.
Wir leben einen schöpferischen Umgang mit Gegensätzen
Sicherheit <=> echte Abenteuer
Gemeinschaft bilden <=> jeder Einzelne soll sich entfalten
Vereinbarungen und Strukturen <=> Raum für Neues und Ungeplantes
Grenzen setzten <=> Freiräume eröffnen
Wir tragen Sorge dafür, Freiräume für Eigeninitiative zu eröffnen und Leistungsdruck zu vermeiden.

 

Natur und Schöpfung
Wir haben Vertrauen in die Sinnhaftigkeit aller Lebensvorgänge und erleben uns selbst als Teil einer höheren Ordnung.
Wir fördern Achtung vor allen Menschen, vor allem Lebendigen und dem von Menschen Geschaffenem.
Wir suchen ein gesundes Verhältnis zu Leben und Sterben, Werden, Wachsen, Reifen und Vergehen.
Die Verbindung von Kinderleben mit der Natur ist uns wesentlich. So kann etwas heil werden, was heute vielleicht mehr denn je auseinandergerissen ist: Ganzheit von Mensch und Natur im Sinne von "whole" und "holy".
Damit der Lebensraum im Elsental naturnah bleibt, muss das Gelände seinen ursprünglichen und provisorischen Charakter bewahren.

Sinnvolles Schaffen – Farmern
Farmpädagogik ist handlungsorientiert. Notwendigkeiten und sinnvolles Tun rund um Haus und Hof bestimmen den Tages- und Jahreslauf. ,,Im Kern soll echt gefarmert werden.“ (Thyra Boehm)
Es ist Pädagogik in der Tat! Die Betreuer sind selbst stets Vorbild für die Kinder. Sie sind selber tätig und schaffen sinnvoll. Alle erleben sich durch ihre Handlungen oder Unterlassungen und die Konsequenzen des eigenen Einsatzes.

So ist das sinnvolle Schaffen für alle Beteiligten (Selbst)- Hilfe zur Inkarnation.

Mitarbeiter / Zusammenarbeit
Wir unterstützen und ermutigen uns gegenseitig, unsere individuellen Qualitäten zu entfalten. Schwierigkeiten, Scheitern und eigenem Unvermögen begegnen wir angstfrei und integrieren es sinnvoll in das tägliche Leben. Wir suchen und bejahen die Kraft der Initiative des Einzelnen. Wir legen Wert auf die Erhaltung und Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Mitarbeiter.

 

Kommunikation
Wir pflegen auf allen Ebenen unserer Einrichtung eine Kultur der Verständigung, der Absprachen und der Konsensfindung . Elemente wie die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg sind uns eine wichtige Grundlage.

 

Organisation
Der ehrenamtliche Vorstand trägt gemeinschaftlich die Gesamtverantwortung für die Arbeit im Elsental und bildet den rechtlichen Rahmen. Im Vorstand sind auch Mitarbeiter der Farm beteiligt.
Die Leitung des Farmbetriebs ist vom Vorstand an die hauptamtlichen Mitarbeiter delegiert.
Der Vorstand verantwortet, begleitet und unterstützt die Arbeit der Hauptamtlichen Mitarbeiter. Wir arbeiten in transparenten Organisationsformen, die mit wenig hierarchischen Elementen auskommen.

Das Leitbild ist in Anlehnung an das GAB Verfahren zur Qualitätsarbeit auf der Jugendfarm Elsental in Zusammenarbeit von Vorstand, allen Mitarbeitern der Farm, des Kindergartens und der Naturspielgruppe entstanden.

Sabine Boehm

 

Leitgedanken

Auf der Jugendfarm Elsental sollen Kinder die naturnahen Freiräume finden, in denen sie ihre ureigenen Anlagen erproben und bewähren können. Sie entwickeln dabei: Tatkraft, Mut und Selbstvertrauen, Phantasie und Kreativität, Vertrauen in die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Die Kinder sollen Achtung vor allen Menschen, vor Tieren und allem Lebendigen und von Menschen Geschaffenem entwickeln können. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten sich um Achtsamkeit im Alltag und wertschätzenden Umgang miteinander bemühen, denn jeder Einzelne wirkt als Vorbild.

Kinder brauchen Natur und Tiere um ihre eigene Lebendigkeit und Gefühlswelt zu spüren. Die Begegnung mit der Natur und mit Tieren ist für Kinder ursprünglich und anregend. Sie können sich dabei als Teil der Welt erleben. Im freien Spiel werden ihre schöpferischen Kräfte frei – die Kinder werden zum Mitgestalter der Welt.

Auf der Jugendfarm Elsental sollen Kinder die naturnahen Freiräume finden, in denen sie ihre ureigensten Anlagen Erproben, Erüben und Bewähren können. Sie entwickeln dabei:

Tatkraft, Mut und Selbstvertrauen
Phantasie und Kreativität

Vertrauen in die eigenen Üb- und Entwicklungsmöglichkeiten

Die Kinder sollen die Sinnhaftigkeit aller Lebensvorgänge erfahren – dazu gehören Leben, Sterben, Werden, Wachsen und Vergehen aber auch der positive Umgang mit einem Scheitern im Alltag.

Die Kinder sollen Achtung vor allen Menschen, vor Tieren und allem Lebendigem und von Menschen Geschaffenem entwickeln können. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass alle Beteiligten sich um Achtsamkeit im Alltag und wertschätzenden Umgang miteinander bemühen – denn wir wirken als Vorbild.

Haben Kinder die Schwierigkeiten/ machen selber Schwierigkeiten? Wir bemühen uns die Ursachen von besonderem Verhalten zu erkennen. Erkenntnisse und Zusammenhänge aus der Sensomotorik und Neurophysiologischen Entwicklungsforschung sind regelmäßig Themen unserer Mitarbeiterfortbildungen.

Wir verdanken der Menschenkunde Rudolf Steiners bei der Entwicklung und Umsetzung unserer Leitgedanken wesentliche Impulse.

Offenheit für sich wandelnde gesellschaftliche Bedürfnisse und aktuelle pädagogische Diskussionen sind uns wichtig.

 

Farmpädagogik

Farmpädagogik ist Handlungspädagogik, deren Ziel ist, dass die Kinder zum eigenen Tun angeregt werden, intensive Erfahrungen machen und in ein selbstvergessenes Spiel kommen (Spielen ist die Arbeit der Kinder). Dies geschieht durch Rituale, durch eine gestaltete Umgebung, die für die Kinder anregend ist. Die Betreuer gehen auf die Pläne der Kinder ein und ermutigen sie. Die Betreuer sind selber gerne tätig und können die Kinder ins Tun mitnehmen, regen sie an zum Mittun, beziehen sie ins eigene Schaffen ein. Vorbild sein – Kinder nehmen die Intension wahr, mit der wir tätig sind und sprechen.

Die Farmgemeinschaft ist geprägt von der Atmosphäre des sich gegenseitigen Helfens und Unterstützens. Alle werden einbezogen und können dazugehören. Die Bedürfnisse der anderen, werden wahrgenommen. Das bezieht sich auch auf die Tiere und die Umwelt. Ein Schaf hustet, Pflanzen sind trocken, eine Schubkarre quietscht – die Farmbetreuer kümmern sich darum und sind Vorbild für die Kinder, in dem sie sinngemäß handeln.

Im Sinne der Naturpädagogik sind die Angebote auf der Farm eingebettet in den Jahreslauf, um die Jahreszeiten verstärkt ins Erleben der Kinder zu bringen. Im Frühjahr werden Brutkästen für die Vögel gebaut, Apfelsaft wird zur Zeit der Apfelernte im Herbst gepresst, Gemüse wird im Garten geerntet, selbst geschnitten und am offenen Feuer gekocht, durch einen selbst gepflückten Blumenstrauß aus dem Farmgarten wird die Natur ins Haus geholt. Es geht um das selbst tätig sein im Naturkreislauf und darum, sich darin hinein zustellen, was bedeutet, auch bei schlechtem Wetter Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und die Bedürfnisse der Umgebung/Natur wahrzunehmen und danach zu handeln: z.B. bei Trockenheit die Pflanzen zu gießen!

Tierpädagogik

Besonders wichtig ist uns die Haltung den Tieren gegenüber – wir begegnen Ihnen mit Achtsamkeit und sehen sie als Gegenüber an – die Tiere mögen langsame Bewegungen und sanfte Berührung – das Gegenteil von „jagen“ und „grapschen“! Nicht das eigene Anfassen Wollen steht im Vordergrund, sondern das Aufbauen einer Beziehung, durch Hören und vorsichtiges, angemessenes Annähern. Es soll Freundschaft entstehen. Die Tiere sollen nicht Angst haben vor uns. Der Wunsch, die Tiere auch zu füttern, ist sehr verständlich – da es aber zu Beißereien ( Futterneid!), Betteln und sogar Schnappen führen kann, wenn die Tiere aus der Hand Futter bekommen, ist das auf einer Farm mit so vielen Besuchern leider nicht möglich.